Geschichtliches

Am 2. Februar 1894 wurde in Bad Wörishofen der “Internationale Verein Kneippscher Ärzte” in Anwesenheit von Sebastian Kneipp von 26 anwesenden Ärzten gegründet. Pfarrer Kneipp wünschte, dass seine Methode von Ärzten aufgegriffen und studiert werden möge (dieser Wunsch findet sich übrigens schon bereits 1886 im Vorwort zu “Meine Wasserkur”) und nahm dankend die Ehrenpräsidentschaft des neu gegründeten Vereins an. 


Die ersten Jahre

Der aufstrebende Verein gab bereits ab 7. April 1894 unter Redaktion seines Vorsitzenden, Dr. Alfred Baumgarten, und unter Mitwirkung Sr. Hochw., des Herrn Prälaten Kneipp, das “Centralblatt für das Kneippsche Heilverfahren” als offizielles Organ des internationalen Vereines Kneippscher Ärzte heraus. Darin finden sich realitätsnahe Einblicke in die damalige Situation wie Originalbeiträge von Kneipp und den einzelnen Ärzten über Ansichten und Krankheiten inklusive der Vorstellung von Patientenverläufen. Regelmäßig stellt Dr. Baumgarten Fälle aus dem Kneippschen Kinderasyl (erbaut 1892/93) in Wörishofen vor. Neben der detaillierten Darstellung von einzelnen Wasseranwendungen werden in den Heften auch Heilpflanzen ausführlich besprochen.

Ausserdem wird die eindrucksvolle Besuchsliste der in der Sprechstunde Kneipps anwesenden Ärzte publiziert. Aus dieser Liste geht hervor, dass ca. 150 Ärzte pro Jahr längere oder kürzere Zeit an der Sprechstunde teilgenommen hatten, um sich einen Eindruck zu verschaffen oder fortzubilden. Weitere Nachrichten, Stellenanzeigen und Werbung runden das auch von Laien gelesene Blatt ab.

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Kneipps Wunsch nach Einigkeit

Im Vorwort des 1896 erschienenen “Codizill” nennt Kneipp den Verein der Ärzte mit dem Wunsch, dass dieser Verein stets einig sein und dazu beitragen möge, seine Methode vor allem unverfälscht zu bewahren und erweitert diesen Wunsch auf die (Laien-)Vereine.

“Befinden sich Ärzte und Vereine in gutem Einvernehmen, unterstützen sie sich gegenseitig, so haben beide Teile den größten Gewinn und Erfolg von meiner Methode. Dies wünsche ich von Herzen.” Die Kneipp-Kur und der Verein Kneippscher Ärzte entwickeln sich nach dem Tode Kneipps weiter, auch wenn die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Laien wegen persönlicher Differenzen und Prioritätsansprüchen während der 100 Jahre meistens nur eingeschränkt funktionierte.

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Kneipp in der Gegenwart

Die Therapiemethode nach Kneipp hat sich von der Akutbehandlung von Krankheiten eher zur unterstützenden Behandlung von chronischen Zivilisationskrankheiten gewandelt, wobei Vorbeugung, Gesunderhaltung und Rehabilitation heute besonders stark an Bedeutung gewonnen haben.

Heute bedeutet Kneipptherapie den synergistisch wirkenden, simultanen Einsatz mehrerer sogenannter klassischer Naturheilverfahren.
Die für Kneipp so vordergründige Bedeutung einer guten Durchblutung des gesamten Körpers und einer Abhärtung erhält heute durch Erkenntnisse über Zusammenhänge zwischen Durchblutung und Immunologie, freie Radikale, Stress und Adaption eine neue Dimension.

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Über 125 Jahre Kneippärztebund

Ohne Kneipp wäre Wörishofen nicht zu einem weltberühmten Kurort und Bad geworden. Der Kneippärztebund (KÄB) besteht nun seit über 125 Jahren und ist damit eine der ältesten und traditionsreichsten Ärztevereinigungen in Deutschland.

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