Bewegungstherapie

Von den fünf Methoden der Kneippschen Therapie  ist die Bewegungstherapie die mit am meisten vernachlässigte. Sport und Bewegung, insbesondere Bewegung ohne Leistungsdruck, sollten unbedingt von Jedermann ausgeübt werden.

Bewegung kann die Gesundheit vor allem durch ein regelmäßiges sportliches Training unterstützen. Im Vordergrund steht hier die Prävention oder die Wiedererlangung der körperlichen Fitness nach Krankheit oder Operation. Im Gegensatz dazu wird Krankengymnastik gegen akute Beschwerden an einzelnen Körperteilen – wie erkrankte Gelenke oder verspannte Muskeln – eingesetzt.

Charakter der Kneippschen Bewegungstherapie ist eine aktive regelmäßige Bewegung ohne Leistungsdruck. Sie wurde von Kneipp ursprünglich vor und nach Wasseranwendungen eingesetzt, um den Kreislauf anzuregen, die Muskulatur zu erwärmen und die Hautdurchblutung zu verbessern. Die Bewegungstherapie beinhaltet das Wechselspiel zwischen Belasten und Entspannung. Diese sanfte Mobilisierung verbessert die Funktion des Bewegungsapparates, trainiert das Herz-Kreislaufsystem, führt zu einer Normalisierung krankhafter Stoffwechselprozesse. Ein angeregter Muskelstoffwechsel wirkt präventiv z.B. auf die Entstehung eines Diabetes mellitus, indem er Insulinresistenz und Hyperinsulinämie zu vermeiden hilft. Bei mäßiger Bewegung wird Übersäuerung vermieden, es werden sogar eher sauere Valenzen vermehrt ausgeschieden. Gleichzeitig wird aufgrund des erhöhten Kalorienverbrauchs das Körpergewicht normalisiert. Angenehmer Nebeneffekt: Man kann mehr essen, ohne zuzunehmen.

Durch den vermehrten Blut- und Sauerstofftransport zum Gehirn wird die geistige Leistungsfähigkeit begünstigt und die seelische Entspannung gefördert. Nicht zuletzt stärkt eine gezielte Bewegungstherapie das Immunsystem.