Hydrotherapie

Schon die Römer wussten Wasser zu schätzen. In den prächtigen römischen Thermen wurde Wasser nicht nur zur Reinigung, Entspannung und Zerstreuung, sondern auch zu medizinischen Zwecken angewandt.

Alles Leben kommt aus dem Wasser und die Hydrotherapie nutzt nicht nur die physikalischen Eigenschaften dieses Elementes, sondern auch die spirituelle Beziehung des Menschen zum Wasser.

Nach heutigen Erkenntnissen ist vor allem der Kältereiz für die  medizinische Wirkung der Wasseranwendungen verantwortlich. Die vorgeschalteten Wärmephasen, beispielsweise bei Wechselbädern oder beim Saunabesuch, dienen hauptsächlich der Verstärkung des Kältereizes. Weitere Reize der Hydrotherapie sind Druck des Wasserstrahls, hydrostatischer Druck der Bäder und chemische Reize bei Mineralbädern und Bädern mit Kräuterextrakten.

Ziel der Anwendung ist eine gesteigerte Durchblutung der Haut und eine Reizung der Druck- und Mechano-Rezeptoren sowie der sensiblen Afferenzen, der Thermo- und Schmerzrezeptoren mit Folge einer vegetativen Umstimmung und Regulation.
Die verbesserte Durchblutung bewirkt ein warmes und gleichzeitig erfrischendes, wohlig-entspanntes Körpergefühl, das sich nach einem Kaltwasserreiz einstellt. Diese schnelle, akute Wirkung der Hydrotherapie kann zur Linderung vielfältiger Beschwerden eingesetzt werden: Schmerzzustände, Kreislaufschwächen, Durchblutungsstörungen, fiebrige Erkrankungen, Schlafstörungen oder Atemwegsbeschwerden.


Der besondere Stil der Kneippschen Wassertherapie ist die Teilanwendung und die größte Ausnutzung der verschiedenen Temperaturen. Diese Temperaturreize wirken mehrfach:

  • Ökonomisierung der Kreislauffunktion
  • Eine Gefäßwirkung, die eine verbesserte Durchblutung zur Folge hat
  • Eine Stoffwechselwirkung, die den Abtransport von Schlackenstoffen ermöglicht
  • Eine entspannende Wirkung auf die Muskelfunktionen
  • Eine vegetative Harmonisierung
  • Eine unspezifische Immunstimulation (Abhärtung)